Zerstörer Z1
Baubericht Zerstörer Z 1
Maßstab 1:144
von Revell
von Harald Ziewe
Kompromisslos neu hat Revell den Bausatz des Zerstörers Z 1 der Bundesmarine gestaltet. So findet man ab dem Hauptdeck völlig neue Bauteile, die es ermöglichen, alle Bauabweichungen gegenüber dem ersten Fletcher Modell darzustellen. Nur die gleich gebliebenen Baugruppen, wie z.B. Geschütze, Torpedorohre u.ä. sind übernommen worden.
Der Zerstörer Z 1 ist in seinem letzten Aussehen mit der großen "Gewächshausbrücke" darstellbar. Von diesem Bauzustand gibt es auch die meisten Vorbildfotos, so dass es keine Mühe bereiten dürfte, weitere Details zu entdecken. Um ein originalgetreues Modell zu bauen, ist der Aufwand dafür allerdings gering, da Revell seinen Bausatz sehr gut detailliert hat und die Spritzlinge sehr fehlerfrei und fast ohne Grat geformt sind. So kann man beispielsweise die Geschützrohre nach leichtem Glätten der Oberfläche getrost verwenden und man braucht nur die Mündungen leicht anbohren. Die Planenabdeckungen der Geschützrohre der Kanonen habe ich aus in Weißleim getränkten Papiertuchfetzen dargestellt.
Es war mein Ziel, möglichst keine Zurüstteile zu verwenden. Lediglich die Relings habe ich durch geätzte Relingstützen von Saemann Aetztechnik ersetzt und die Züge aus 0,2mm Stahl- bzw. Messingdraht hergestellt. Ein finanziell geringer Aufwand, der das Modell aber erheblich aufwertet. Die Relings und Züge auf dem Podest des vorderen Schonsteins, der Brücke und dem Podest der hinteren Feuerleitanlage habe ich in ihren Durchmessern um rund die Hälfte reduziert, so dass auch diese ein wenig originalgetreuer wirken. Die Leitern und die Rahmen der großen Radarschirme wurden ebenfalls "ausgedünnt" und das Gitter ebenso wie das Gitter des kleinen Schirms aus Ätzgitter hergestellt. Die Niedergänge hinter der Brücke wurden neu aus Plastikstreifen hergestellt, weil die Bausatzteile sehr grob gespritzt sind.
Weil die neue "Gewächshausbrücke" der deutschen Zerstörer nach Ihrer Umrüstung in meinen Augen die Ästhetik des Schiffes stört, habe ich die Brücke in den Zustand versetzt, wie sie eine gewisse Zeit nach der Übergabe des Schiffes und vor dem abschließenden Umbau vorzufinden war. Leider gibt es nur ein ausdrucksfähiges Foto von diesem Bauzustand des Zerstörers, so dass ich bei weiteren Details des Rüstzustandes auf Vermutungen angewiesen war. (Hilfreich war auch der Papiermodellbaubogen vom Wilhelmshavener Modellbaubogen Verlag.) Offensichtliche Änderungen gegenüber den anderen Bauzuständen sind aber erkennbar.
Es sind dies die Brücke mit dem halb runden überdachten Vorbau und eine dadurch bedingte andere Form des darüber liegenden Decks, sowie eine andere Gestaltung der Hütte für die achtere Feuerleitanlage. Die Persennig an der Brücke ist aus Butterbrotpapier geformt, welches in Weißleim eingeweicht und außen an die Reling geklebt wurde. Weitere Einzelheiten kann man den Fotos entnehmen.
Um die Bemalung des Modells zu erleichtern und möglichst eine Spritzpistole nutzen zu können, habe ich die Baugruppen einzeln hergestellt und zwar so, dass die Bordwände immer mit dem dar überliegenden Deck zusammengebaut wurden. Bei sorgfältigem Zusammenbau zeigt sich die hervorragende Passgenauigkeit des Bausatzes. So konnten alle Baugruppen einzeln verfeinert und bemalt werden. Der Zusammenbau mit dem dar unterliegenden Deck erfolgte erst ganz zum Schluss, wobei ich zum Verkleben aus Sheetstreifen gefertigte Klebestege anfertigte. So wurde eine direkte Verklebung der Aufbauten mit den Decks überflüssig und es bestand nicht die Gefahr, dass Klebstoffreste an den Verbindungsstellen verblieben.
Die Takelung besteht aus chirurgischer Nähseide, die Flagge wurde auf in Weißleim getränktes Papier geklebt und die "Flatterfalten" geformt. Leichte Gebrauchsspuren wurden mittels stark verdünnter Ölfarbe dargestellt.
Mit dem Bausatz der Z1 hat Revell ein wichtiges Schiff der frühen Bundesmarine im gängigen Maßstab 1:144 hervor gebracht. In Verbindung mit den Kits der U-Boote und des Schnellbootes Gepard kann man eine schöne Sammlung der deutschen Marine ab 1955 beginnen. Hoffentlich folgen noch weitere interessante Schiffe.